JTL-Shop in der Urlaubszeit

JTL-Shop in der Urlaubszeit

"Wir sind von X bis Y im Urlaub, Bearbeitung und Versand folgt im Anschluss" reicht nicht aus

Auch Shopbetreiber haben sich Ihren Urlaub redlich verdient. Der Shop ist aber natürlich auch in dieser Zeit online und in den meisten Fällen erreichbar.

Rechtliche Stolpersteine

In vielen Fällen ist eine vom Kunden abgesetzte Bestellung gleichzusetzen mit dem Zustandekommen eines Vertrags. Somit hat der Kunde auch das Recht auf rechtzeitige Lieferung der Waren.

Das ist zunächst vom Shopbetreiber zu prüfen.

Der Prozess kann so gestaltet sein, dass der Kunde mit der Bestellung das erste Angebot auf Kaufvertragsschluss abgibt, welches der Verkäufer wiederum annimmt (z.B. durch Bestätigung per Email). Hier ist mit der Bestellung noch kein Vertrag zustandegekommen, sollte die Bestellbestätigung nicht automatisch erfolgen (was aber in vielen Fällen so gehandhabt wird).

Praxistipp vom Händlerbund:

Vergewissern Sie sich, wie die Verträge in Ihrem Online-Shop zustande kommen. Auskunft hierüber geben regelmäßig die AGB, die Sie in Ihrem Onlineshop verwenden, sofern Sie sich diese haben rechtsanwaltlich erstellen lassen.

Fazit:

Bei Unsicherheiten sollten Sie mit der Person Rücksprache halten, die Ihnen die Rechtstexte erstellt hat. Händler sollten nicht mit bloßen pauschalen Hinweisen wie

„Wir haben Urlaub – die Bearbeitung und Auslieferung der Bestellungen erfolgt erst wieder ab dem 01.09.2014“ o.ä.

arbeiten. Ist ein Vertrag einmal geschlossen, hilft dieser Hinweis nämlich wenig: Ist der Vertrag tatsächlich bereits zustande gekommen, muss dem Kunden die versprochene Ware grundsätzlich auch geliefert werden.

Wer für seinen Online-Shop keine Schließung erwägen kann und will, muss bedenken, dass auch in dieser Zeit die telefonische und elektronische Erreichbarkeit gewährleistet sein muss. Sie können auch einen Dritten damit betrauen, Ihr Geschäft weiterzuführen. Auch wenn der Shop doch gänzlich geschlossen wird, innerhalb der Urlaubszeit muss eine Erreichbarkeit gewährleistet sein.

Ein einfacher Hinweis „Wir sind vom 01.08.2014-30.08.2014 in Betriebsurlaub. Die Bestellungen werden im Anschluss bearbeitet“ ist rechtlich nicht ausreichend und kann den Kunden in die Irre führen, wenn an anderer Stelle abweichende Lieferfristen angegeben sind.


Quelle: Händlerbund, Yvonne Gasch